Schmierstoffgeber
SCHMIERSTOFFGEBER
nachfüllbar, elektrisch, batteriebetrieben, Tropföler
Ein nicht richtig geschmiertes Lager wird unweigerlich ausfallen, lange bevor es seine nominelle Lebensdauer erreicht hat. Da die Lager in einer Maschine oft nur schwer zugänglich sind, wird die Schmierung häufig vernachlässigt. Wenn ein Nachschmieren von Hand nicht möglich oder gewollt ist, kommen oft Schmierstoffgeber zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen federbetriebenen, elektrischen oder batteriebetriebenen Schmierstoffgebern. Ebenfalls können wir Tropföler für den Einsatz mit Öl anbieten.
Schmierstoffgeber – automatische Schmierung für Maschinen und Anlagen
Automatische Schmierstoffgeber halten Lager, Ketten und Führungen dauerhaft geschmiert, ohne manuelles Nachfetten oder aufwändige Anlagen. Sie dosieren Fett oder Öl präzise über einen festgelegten Zeitraum und sorgen so für gleichmäßige Versorgung und weniger Stillstand.
Bei Sinntec finden Sie Schmierstoffgeber für nahezu jede Anwendung: elektrochemisch, elektromechanisch oder mechanisch, nachfüllbar oder wartungsfrei, für Fett und Öl. Alle Modelle sind auf den industriellen Einsatz ausgelegt und lassen sich einfach nachrüsten.
Ob für die Nachrüstung einzelner Schmierstellen, schwer zugängliche Bereiche oder die vorbeugende Wartung – ein automatischer Schmierstoffgeber sorgt für konstante Schmierung, höhere Zuverlässigkeit und längere Lebensdauer Ihrer Maschinen.
Das ist ein Schmierstoffgeber und darum ist er wichtig
Ein automatischer Schmierstoffgeber ist ein kleines, cleveres Gerät, das eine mechanische Schmierstelle, wie zum Beispiel ein Kugellager, eine Kette oder eine Führungsschiene, über einen bestimmten Zeitraum hinweg kontinuierlich und präzise mit der richtigen Menge an Schmierfett oder Schmieröl versorgt.
Die drei großen Vorteile gegenüber der Handschmierung
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Kontinuierliche Versorgung:
Bei der Handschmierung wird oft in großen, unregelmäßigen Abständen nachgefettet. Direkt nach dem Abschmieren ist das Lager oft überschmiert (was zu Erhitzung und Dichtungsbeschädigung führen kann), und kurz vor dem nächsten Termin ist es unterschmiert (was zu Verschleiß führt). Der automatische Schmierstoffgeber sorgt für eine gleichmäßige und optimale Menge an Schmierstoff. -
Sauberkeit und Schutz:
Das System ist geschlossen. Dadurch kann kein Staub, Wasser oder Schmutz in den Schmierstoff gelangen – die häufigste Ursache für Lagerschäden. -
Sicherheit und Effizienz:
Die Schmierstellen werden automatisch versorgt. Das spart viel Arbeitszeit und schützt Mitarbeiter, da sie nicht mehr an schwer zugängliche oder gefährliche Maschinenteile müssen.
So funktioniert ein automatischer Schmierstoffgeber
Im Kern besteht jeder automatische Schmierstoffgeber aus einem Vorratsbehälter (Kartusche), gefüllt mit Schmierstoff, und einem Antriebsmechanismus, der den Schmierstoff mit einem gleichmäßigen Druck aus dem Behälter heraus und zur Schmierstelle drückt.
Es gibt verschiedene Technologien für diesen Antrieb:
Elektrochemische (gasbetriebene) Schmierstoffgeber
Das ist der Klassiker und oft das einfachste System für einzelne Schmierstellen.
Der Aufbau: Sie bestehen aus dem Schmierstoffbehälter und einer kleinen Gaszelle (häufig ein elektrolytisches Element oder eine Chemikalie, die bei Reaktion Gas freisetzt). Eine Trennplatte oder ein Kolben sitzt zwischen dem Gas und dem Schmierfett.
Die Funktion:
- Der Anwender stellt die gewünschte Entleerungszeit (z. B. 1, 3, 6 oder 12 Monate) direkt am Geber ein.
- Beim Aktivieren startet eine chemische Reaktion im Inneren der Gaszelle. Es entsteht ein Edelgas (z. B. Stickstoff), das sich langsam ausdehnt.
- Dieses Gas baut einen gleichmäßigen Druck (oft bis zu 5 bar) auf die Trennplatte auf.
- Die Trennplatte drückt den Schmierstoff kontinuierlich und gleichmäßig aus der Kartusche in die Schmierstelle.
Besonderheit: Die Abgabemenge ist temperaturabhängig. Bei höheren Umgebungstemperaturen läuft die chemische Reaktion schneller ab, was zu einer schnelleren Entleerung führt. Das sollte bei der Einstellung berücksichtigt werden.
Elektromechanische Schmierstoffgeber
Diese sind präziser, temperaturunabhängig und vielseitiger.
Der Aufbau: Sie bestehen aus einem Batteriepack oder einer externen Stromversorgung (z. B. 24 V DC) und einem kleinen Elektromotor mit einem Getriebe. Der Motor treibt eine Pumpe oder einen Kolben an.
Die Funktion:
- Die gewünschte Dosiermenge pro Zeiteinheit wird digital oder mechanisch eingestellt.
- Der Elektromotor läuft in regelmäßigen Intervallen (z. B. alle paar Minuten oder Stunden) an.
- Der Motor bewegt einen Kolben, der eine genau definierte Menge an Schmierstoff (ein sogenannter „Hub“) in die Leitung drückt. Dies ist die sogenannte volumetrische Förderung.
- Da der Motor die Arbeit verrichtet, wird die Schmierstoffabgabe unabhängig von der Umgebungstemperatur gesteuert. Der Förderdruck kann hierbei deutlich höher sein (bis zu 30 oder 60 bar), was auch längere Leitungen ermöglicht.
Besonderheit: Neuere Modelle bieten oft eine Schnittstelle für die Anbindung an eine zentrale Anlagensteuerung (SPS). Die Schmierung kann dadurch impulsgesteuert erfolgen, z. B. nur wenn die Maschine tatsächlich läuft.
Feder- oder Federsäulen-Schmierstoffgeber (mechanisch)
Der Aufbau: Der Schmierstoff wird durch eine mechanische Feder unter Druck gesetzt.
Die Funktion: Die Feder drückt ständig auf einen Kolben, der den Schmierstoff zur Schmierstelle fördert. Bei einigen Modellen wird die Abgabe erst bei Lagerbewegung ausgelöst.
Besonderheit: Sie sind sehr einfach und benötigen keine Energiequelle, aber der Abgabedruck nimmt im Laufe der Zeit ab, wenn die Feder sich entspannt. Dadurch ist die Dosierung nicht so konstant wie bei anderen Systemen.
Für welche Anwendungsfälle sind Schmierstoffgeber geeignet?
Schmierstoffgeber sind überall dort die ideale Lösung, wo eine kontinuierliche, exakte und saubere Schmierung notwendig ist, aber eine große, fest installierte Zentralschmieranlage unwirtschaftlich oder unmöglich ist. Man spricht hier von Einzelpunkt-Schmiersystemen oder kleinen Mehrpunkt-Schmiersystemen (für 2 bis 8 Schmierstellen).
Sie sind vor allem für folgende Szenarien und Branchen prädestiniert:
Einzelne, kritische Schmierstellen
Sie werden häufig direkt auf Wälzlagern (Kugellager, Rollenlager) oder Gleitlagern montiert. Hier sorgen sie dafür, dass der Lagerkäfig immer mit einem minimalen, frischen Schmierfilm versorgt wird, was dessen Lebensdauer maximiert.
Schwer zugängliche oder gefährliche Bereiche
Anlagen in großer Höhe, hinter Verkleidungen, in stark verschmutzten Umgebungen oder in Gefahrenzonen (z. B. ATEX-Bereiche, wo Explosionsgefahr besteht) sind ideal. Der Geber wird einmalig montiert und versorgt die Stelle für bis zu einem Jahr, ohne dass ein Techniker ständig dorthin muss.
Beispiele: Lagerungen an Förderbändern (z. B. in der Logistik, im Bergbau oder in der Zementproduktion), Lagerungen an Ventilatoren und Pumpen in chemischen Anlagen, Lager an Kränen.
Schmierstellen mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit
Überall dort, wo ein Ausfall sofort zu einem teuren Anlagenstillstand führt, sind Schmierstoffgeber eine günstige und effektive Lebensversicherung.
Beispiele:
Elektromotoren-Lager: Die Lager von Elektromotoren sind entscheidend für den reibungslosen Betrieb der Anlage.
Ketten und offene Getriebe: Hier werden oft Öl-Geber eingesetzt, um die Kettenlaschen oder Zahnflanken kontinuierlich zu benetzen.
Linearführungen und Spindeln: In Werkzeugmaschinen und Robotern sorgen sie für Präzision und minimieren den Stick-Slip-Effekt.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Schmierstoffart:
Ist es Fett oder Öl? Die Geber müssen mit dem vorgesehenen Schmierstoff befüllt sein oder dafür geeignet sein (Konsistenz/Viskosität).
Dosiermenge und Zeit:
Man muss berechnen, wie viel Schmierstoff das Lager pro Tag wirklich benötigt. Hierfür gibt es oft Hersteller-Tools. Wählt man die Zeit zu kurz, ist der Geber schnell leer; wählt man sie zu lang, kommt es zur Unterschmierung.
Umgebungstemperatur:
Bei extremen Temperaturen (Tiefkühlung oder Hochtemperaturöfen) muss ein elektromechanischer Geber verwendet werden, da die elektrochemischen Geber oft nicht funktionieren oder zu ungenau werden.
Druckanforderung:
Wenn die Schmierstelle weit entfernt oder der Gegendruck des Lagers sehr hoch ist, sind Hochdruck-Geber (elektromechanisch) notwendig. Ein Gas-Geber reicht meist nur für eine direkte Montage.
Automatische Schmierstoffgeber sind also weit mehr als nur ein Ersatz für die Fettpresse; sie sind ein zentraler Baustein für die Zuverlässigkeit und Langlebensdauer Ihrer Maschinen. Sie sorgen dafür, dass die Schmierung von einer lästigen, fehleranfälligen Wartungsaufgabe zu einem kontrollierten, automatisierten Prozess wird.
Sinntec – Ihr Partner für automatische Schmierung
Unsere Schmierstoffgeber kommen von führenden Herstellern und sind auf den harten Industrieeinsatz ausgelegt. Bei uns bekommen Sie geprüfte Qualität, klare technische Daten und schnelle Lieferung.
Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung bei der Auswahl brauchen, steht Ihnen unser Team mit Erfahrung aus der Praxis zur Seite – telefonisch oder per E-Mail. Nutzen Sie auch unser Kontaktformular für unkomplizierte Hilfe. Unser Team unterstützt Sie bei der Auswahl des passenden Schmierstoffgebers, abgestimmt auf Schmierstoff, Druckbereich und gewünschte Laufzeit.
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Allgemeine Informationen zu Schmierstoffgebern
Der Hauptvorteil ist die kontinuierliche und präzise Dosierung des Schmierstoffs. Anders als beim unregelmäßigen manuellen Nachschmieren („Stoßschmierung“) wird die Schmierstelle permanent mit der optimalen Menge versorgt. Das verhindert sowohl Überschmierung (was Dichtungsschäden und Erwärmung verursacht) als auch Unterschmierung (was zu vorzeitigem Verschleiß führt). Das Ergebnis ist eine deutlich längere Lebensdauer der Lager und eine höhere Anlagensicherheit.
Man unterscheidet hauptsächlich zwischen elektrochemischen (Gas-betriebenen) und elektromechanischen (Batterie/Motor-betriebenen) Gebern. Elektrochemische Geber erzeugen durch eine chemische Reaktion Gasdruck, der den Schmierstoff fördert. Sie sind einfach und kostengünstig, aber temperaturabhängig. Elektromechanische Geber nutzen einen batterie- oder extern betriebenen Motor, der einen Kolben antreibt. Sie sind präziser, temperaturunabhängig und können höheren Gegendruck aufbauen.
Schmierstoffgeber sind ideal für Einzelpunkt-Schmierstellen an Komponenten, die eine ständige Schmierung benötigen. Dazu zählen in erster Linie Wälzlager und Gleitlager, aber auch Ketten, Linearführungen, offene Getriebe und Spindeln. Sie werden überall dort eingesetzt, wo die manuelle Wartung schwierig, gefährlich oder unwirtschaftlich ist, insbesondere an Pumpen, Lüftern, Motoren und Förderanlagen.
Die Laufzeit oder Entleerungszeit ist einstellbar und hängt vom Modell und der gewählten Dosiermenge ab. Typischerweise kann die Abgabedauer zwischen einem Monat und 12 Monaten (bei einigen Modellen bis zu 24 Monaten) eingestellt werden. Bei elektrochemischen Gebern ist nach der Entleerung die komplette Einheit zu ersetzen. Elektromechanische Geber sind oft nachfüllbar und benötigen nur eine neue Kartusche oder ein neues Batteriepack.
Elektrochemische Geber sind temperaturempfindlich: Bei Kälte verlangsamt sich die Gasentwicklung, was die Entleerungszeit verlängert; bei Hitze beschleunigt sie sich. Elektromechanische Geber sind hier im Vorteil, da ihre Abgabe durch den Motor gesteuert wird und somit temperaturunabhängig erfolgt. Für extreme Umgebungsbedingungen (z. B. Tiefkühlung oder Hochtemperaturanwendungen) sollte daher immer ein Motorantrieb gewählt werden.
Nein, der Schmierstoffgeber muss für das Medium und die Konsistenz geeignet sein. Die meisten Geber sind entweder für Fette oder für Öle konzipiert, wobei die Fettgeber die Normkonsistenzen NLGI 2 oder 3 verwenden. Man muss unbedingt darauf achten, dass die vorbefüllten Kartuschen den Anforderungen der Schmierstelle (z. B. Hochtemperaturfett, Lebensmittelfett) entsprechen. Die falschen Schmierstoffe können zu Verstopfungen oder Lagerschäden führen.
Die Berechnung erfolgt auf Basis des Lagerinnendurchmessers (d), der Breite (B) und des Drehfaktors (je nach Drehzahl und Belastung). Hersteller von Schmierstoffgebern bieten oft spezielle Berechnungstools (z. B. Apps oder Online-Rechner) an. Diese ermitteln die notwendige Schmierstoffmenge in Gramm pro Tag oder Monat, um eine Unter- oder Überschmierung zu vermeiden. Die richtige Einstellung ist entscheidend für die Lagerlebensdauer.
Ja, besonders die modernen elektromechanischen Schmierstoffgeber. Sie können über eine externe Steuerung (SPS) oder einen Impulsgeber betrieben werden. Das System gibt dann nur Schmierstoff ab, wenn die Maschine tatsächlich läuft. Dies ist die effizienteste Methode, da es Verschwendung minimiert und die Schmierung optimal an den tatsächlichen Bedarf anpasst. Bei Gas-Gebern läuft die Abgabe unabhängig davon weiter.
ATEX ist eine europäische Richtlinie für den Explosionsschutz. Ein ATEX-zertifizierter Schmierstoffgeber darf in explosionsgefährdeten Bereichen (z. B. in der chemischen Industrie, Mühlen oder Raffinerien) eingesetzt werden. Diese Geber sind so konstruiert, dass sie weder Funken noch übermäßige Hitze erzeugen, die eine Explosion auslösen könnten. Die Zertifizierung ist ein zwingendes Sicherheitsmerkmal für den Betrieb in solchen Umgebungen.
Ein Zentralschmiersystem ist ratsam, wenn Sie viele Schmierstellen (typischerweise mehr als 8–10) in unmittelbarer Nähe haben, die regelmäßig gewartet werden müssen, oder wenn ein sehr hoher Schmierstoffverbrauch vorliegt. Zentralsysteme versorgen alle Punkte von einer zentralen Pumpe aus. Sie sind in der Anschaffung teurer, bieten aber die höchste Präzision, die beste Überwachungsmöglichkeit und den geringsten Wartungsaufwand pro Schmierstelle.