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Zweileitungsanlagen

ZWEILEITUNGSANLAGEN

Zwei parallel geführte Hauptleitungen

Zweileitungsanlagen sind besonders geeignet für raue Umgebungen (Schwerindustrie). Die Auslegung aller Komponenten für Höchstdruck (400 bar) erlaubt eine Förderbarkeit von Fetten bis zur NLGI Kl. III. Das System bietet vielfältige Überwachungsmöglichkeiten, das Anpassen der Dosiermenge ist jederzeit möglich. Ebenfalls ist eine problemlose Nachrüstung oder Austausch von Verteilern möglich.



Zweileitungsanlagen: Präzision und Zuverlässigkeit in der Zentralschmierung

Wo andere Systeme an ihre Grenzen stoßen, sorgt eine Zweileitungsanlage selbst unter härtesten Bedingungen für eine gleichmäßige, kontrollierte Schmierstoffverteilung. Ob in Stahlwerken, im Bergbau oder in der Schwerindustrie: Überall dort, wo Maschinen im Dauereinsatz sind und jede Schmierstelle entscheidend ist, spielt die Zweileitungsanlage ihre Stärken aus.

Bei Sinntec erhalten Sie hochwertige Komponenten und komplette Systeme, die exakt auf Ihre Anforderungen abgestimmt sind, für maximale Betriebssicherheit, minimale Stillstandszeiten und eine lange Lebensdauer Ihrer Anlagen.

Anstatt jedes Schmierlager einzeln per Hand zu warten, übernimmt ein zentrales System die Versorgung aller Schmierstellen – vollautomatisch, präzise und im richtigen Moment. Unter den verschiedenen Bauarten ist die Zweileitungsanlage eine der robustesten und flexibelsten Lösungen, besonders wenn es um die Dosierung von großen Mengen Schmierfett oder die Überbrückung weiter Distanzen geht.

Funktionsprinzip einer Zweileitungs-Zentralschmieranlage

Im Gegensatz zur Einleitungsanlage, bei der das Schmiermittel nur in eine Richtung durch eine einzige Hauptleitung fließt, nutzt die Zweileitungsanlage zwei parallele Hauptleitungen zur Verteilung des Schmierstoffs.

1. Aufbau des Systems

Eine typische Zweileitungsanlage besteht aus vier Hauptkomponenten:

  • Pumpe und Steuerung: Elektrische, hydraulische oder pneumatische Pumpe fördert das Schmiermittel (meist Fett oder hochviskoses Öl) aus einem zentralen Reservoir. Die Steuerung regelt Förderzeiten und Leitungswechsel.
  • Hauptleitungen (A und B): Zwei identische, parallel verlaufende Leitungen, die abwechselnd unter Druck stehen.
  • Zweileitungs-Verteiler: Zentrale Dosiergeräte an jeder Schmierstelle; entnehmen die exakt benötigte Menge.
  • Kontrollmechanismus: Manometer oder Drucksensor überwacht den Druckaufbau am Leitungsende.

2. Arbeitszyklus (Messen und Umschalten)

Schritt 1: Druckphase (Leitung A)
Die Pumpe baut Druck in Leitung A auf (typisch 150–300 bar bei Fett). Die Verteiler dosieren volumetrisch zur Schmierstelle; Leitung B bleibt drucklos.

Schritt 2: Druckumschaltung
Erreicht der Leitungsenddruck den Sollwert (Enddrucksensor), schaltet das Umschaltventil um: A wird entlastet, B wird druckbeaufschlagt.

Schritt 3: Schmierphase (Leitung B)
Die Verteiler fördern nun aus Leitung B; gleichzeitig wird die Dosis für den nächsten Zyklus auf der A-Seite vorgeladen.

Fazit: Jede Schmierstelle wird abwechselnd in einem der beiden Zyklen versorgt. Das garantiert eine kontinuierliche, präzise Dosierung.

Wissenschaftliche und technische Vorteile

1. Robustheit und Kontrolle

  • Drucküberwacht: Umschalten erst bei erreichtem Enddruck.
  • Fehlererkennung: Ausfall/Leitungsbruch verhindert das Erreichen des Solldrucks → Störsignal, schnelle Diagnose.
  • Hohe Verfügbarkeit: Blockiert ein Verteiler, arbeitet das restliche System weiter.

2. Lange Distanzen und hohe Viskosität

  • Druckreichweite: Mit Betriebsdrücken bis zu 400 bar (Sonderanlagen) Versorgung von Schmierstellen bis ~100 m Entfernung.
  • Medienflexibilität: Ideal für zähe Fette bis NLGI 2 dank hohem Systemdruck.

3. Modulare Erweiterbarkeit

Einfache Skalierung: Zusätzliche Verteiler werden an A/B angeschlossen; Dosiermengen je Verteiler individuell einstellbar.

Anwendungsfälle

1. Schwermaschinen und Bergbau

  • Anwendungsfall: Bagger, Schaufelradlader, Brecher, Steinbruchmaschinen, Förderbänder.
  • Begründung: Viele, weit verteilte Schmierstellen, extreme Lasten und Staub – robuste Bauweise, hoher Druck und Fehlerüberwachung sind entscheidend.

2. Stahlwerke und Walzwerke

  • Anwendungsfall: Kontinuierliche Gießanlagen, Walzstraßen, Schneidanlagen.
  • Begründung: Große Anlagen, hohe Temperaturen; Ausfälle verursachen extreme Folgekosten. Präzise Fett-Dosierung unter harten Bedingungen.

3. Hafenanlagen und Kräne

  • Anwendungsfall: Portalkräne, Containerbrücken, Verladeanlagen.
  • Begründung: Lange, hohe Wege (bis in Ausleger), Witterungseinflüsse; schnelle Fehlererkennung ist sicherheitskritisch.

4. Papier- und Zementindustrie

  • Anwendungsfall: Trockenpartien in Papiermaschinen, Drehrohröfen.
  • Begründung: Zähflüssige Fette (oft NLGI 2) erfordern hohen Druck; Dauerbetrieb verlangt maximale Zuverlässigkeit und Dosiergenauigkeit.

Zusammenfassung

Die Zweileitungsanlage ist eine Premium-Lösung der Zentralschmierung: Drucküberwachung für Sicherheit, modulare Erweiterbarkeit für Flexibilität und Leistungsfähigkeit für zähflüssige Medien sowie große Distanzen – ein unverzichtbares Werkzeug für störungsfreien Betrieb komplexer Maschinen.

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Wir beantworten die wichtigsten Fragen vorab

Allgemeine Informationen

Das Grundprinzip basiert auf zwei parallelen Hauptleitungen, die abwechselnd unter Druck gesetzt und entlastet werden. Während die Leitung A unter Druck steht, dosieren die Verteiler die Schmiermenge zur Schmierstelle. Wenn die Leitung A entlastet wird, wird Leitung B unter Druck gesetzt und der nächste Zyklus beginnt. Dieses Umschalten ermöglicht eine zuverlässige und präzise volumetrische Dosierung.

Die Progressivanlage (Einleitungsanlage) arbeitet mit einem einzigen, fortlaufenden Druckzyklus; jeder Verteiler leitet das Schmiermittel sequenziell weiter. Blockiert eine Schmierstelle, stoppt das gesamte System. Die Zweileitungsanlage hingegen arbeitet mit einem Umschaltventil und zwei Leitungen, die eine unabhängige und parallele Dosierung ermöglichen. Eine Blockade stoppt nicht zwingend die gesamte Anlage.


Anwendungsbereiche

Sie ist besonders gut für hochviskose Schmierfette geeignet, typischerweise bis zur NLGI-Klasse 2. Dank des hohen Betriebsdrucks (oft 150 bis 400 bar) kann das System zähflüssige Fette über sehr weite Distanzen zuverlässig und präzise fördern. Sie kann aber auch für hochviskose Schmieröle eingesetzt werden.

Sie ist die Standardlösung für Branchen mit großflächigen, komplexen und schwer zugänglichen Anlagen unter rauen Bedingungen. Dazu gehören Stahlwerke (Walzstraßen), Bergbau (Förderanlagen, Großbagger), Zementfabriken (Drehrohröfen) sowie große Hafenkräne und Containerbrücken.

Ja, die Zweileitungsanlage ist modular und sehr flexibel. Neue Schmierstellen können einfach durch das Anschließen zusätzlicher Zweileitungs-Verteiler an die bestehenden Hauptleitungen A und B integriert werden. Die Pumpe muss lediglich die Gesamtfördermenge für das erweiterte Netz noch bewältigen können.

Ja, die Schmiermenge wird durch die Wahl des Dosierelements in jedem Zweileitungs-Verteiler individuell eingestellt. So kann beispielsweise ein hochbelastetes Hauptlager eine große Dosis erhalten, während ein kleiner Gelenkbolzen eine wesentlich geringere, aber ebenso präzise Menge erhält.


Ausstattung & Funktionen

Der hohe Betriebsdruck ermöglicht die Förderung von zähflüssigen Schmiermitteln (NLGI 2) über sehr lange Hauptleitungen (bis zu 100 Meter) und das gleichzeitige Versorgen einer großen Anzahl von Schmierstellen. Er stellt sicher, dass der Schmierfilm an hochbelasteten Schmierstellen auch unter extremen Bedingungen aufgebaut wird und Verteilungsverluste minimiert werden.

Die Dosierung erfolgt durch spezielle Zweileitungs-Verteiler. Diese arbeiten volumetrisch; das heißt, sie entnehmen in jedem Umschaltzyklus eine fest definierte Menge Schmierstoff mittels eines internen Kolbens. Die Dosiermenge kann in der Regel durch Austausch der Dosierelemente am Verteiler individuell angepasst werden.

Das Umschaltventil (auch Umschaltgerät genannt) ist das zentrale Steuerungselement. Es lenkt den Schmierstofffluss nach Abschluss eines Schmierzyklus von der Hauptleitung A auf die Hauptleitung B um und entlastet gleichzeitig die drucklos geschaltete Leitung. Dieser Wechsel ist essenziell für die korrekte Funktion der Dosierverteiler.

Entlastungsventile sorgen dafür, dass die Hauptleitung, die gerade nicht unter Druck steht, vollständig auf Reservoir-Druck (drucklos) zurückgeführt wird. Diese vollständige Entlastung ist erforderlich, damit der Kolben im Verteiler auf der entlasteten Seite für den nächsten Schmierzyklus vorschieben und die Dosis vorbereiten kann.


Bedienung & Wartung

Der Abschluss des Zyklus wird durch einen Druckschalter oder ein Druckmessgerät am Ende der aktiven Hauptleitung überwacht. Sobald dieser Endschalter den voreingestellten Zieldruck (z. B. 200 bar) registriert, signalisiert er der Steuerung, dass die Leitung gefüllt und der Zyklus abgeschlossen ist. Daraufhin erfolgt die Umschaltung auf die andere Leitung.

Eine regelmäßige Reinigung oder Spülung ist in der Regel nicht notwendig, solange hochwertige, reine Schmierstoffe verwendet und die Filter korrekt gewartet werden. Die volumetrische Dosierung ist sehr tolerant gegenüber geringen Verunreinigungen. Der Austausch des Schmierstoffs erfolgt typischerweise beim Nachfüllen des zentralen Reservoirs.


Problemlösung

Sie bietet eine sehr gute Überwachungssicherheit. Wird der Solldruck am Ende der Leitung nicht erreicht (z. B. durch eine blockierte Hauptleitung oder eine Undichtigkeit), stoppt das System und signalisiert eine Störung. Dies ist ein direkter Hinweis auf ein Problem im System, was die Wartungseffizienz erhöht und Ausfälle verhindert.

Die Zweileitungsanlage ist in der Regel komplexer und hat höhere Anschaffungskosten als eine einfache Progressivanlage, da zwei Hauptleitungen und ein Umschaltventil erforderlich sind. Auch der Montageaufwand ist aufgrund der doppelten Rohrleitungen höher. Sie ist daher unwirtschaftlich für kleinere Maschinen mit wenigen Schmierstellen.