Fett Förderung
FETTFÖRDERUNG
Für Gebindegrößen von 5 - 200 kg - druckluftbetrieben oder manuell
Unsere Schmiersysteme sind in mobiler oder stationärer Ausführung für unterschiedliche Gebindegrößen erhältlich. Ob manuelle, elektrische oder druckluftbetriebene Ausführung - gern beraten wir Sie, welche Variante für Sie die Beste ist. Die Zubehörteile wie Fettfolgekolben und Staubschutzdeckel können und sollten individuell auf Ihr Fass angepasst werden. Zubehörteile finden Sie ebenfalls bei uns im Shop.
Fettförderung: Finden Sie die richtige Fettpumpe
Fettpumpen sind wahre Kraftpakete in der Schmiertechnik. Überall dort, wo herkömmliche Pumpen an ihre Grenzen stoßen, übernehmen sie zuverlässig den Transport hochviskoser Schmierstoffe – selbst über große Distanzen und unter hohem Druck. Sie sichern den reibungslosen Betrieb von Maschinen, verlängern Wartungsintervalle und verhindern teure Ausfälle.
Bei Sinntec finden Sie Fettpumpen für jede Anwendung – für stationäre Zentralschmieranlagen, mobile Maschinen oder Spezialanwendungen in der Industrie. Die Modelle in unserem Shop überzeugen durch Robustheit, Präzision und lange Lebensdauer – entwickelt für den täglichen Einsatz unter harten Bedingungen.
Wie Fettpumpen funktionieren
Fettpumpen sind die Schwerarbeiter der Schmiertechnik. Sie fördern Medien von zähflüssig (NLGI 000) bis nahezu fest (NLGI 3–4), häufig über lange Strecken und gegen hohen Widerstand. Im Gegensatz zu Wasserpumpen, die mit dünnflüssigen Medien arbeiten, müssen Fettpumpen hohe Viskosität und Fließgrenzen überwinden – eine technisch anspruchsvolle Aufgabe.
Die Physik des Fetts: Warum „normale“ Pumpen scheitern
- Viskosität & Konsistenz (NLGI-Klasse): Fett ist kein „normales“ Fluid. Als nicht-newtonsches Medium besitzt es eine Fließgrenze (Yield Stress). Erst oberhalb dieser Scherkraft beginnt es zu fließen. Die Pumpe muss genügend Druck aufbauen, um diese Schwelle sicher zu überschreiten.
- Scherung & Strukturstabilität: Fett besteht aus Basisöl und Eindicker (z. B. Lithiumseife). Übermäßige Scherung kann die Gelstruktur zerstören, Ölabscheidung fördern und die Schmierleistung mindern. Geeignete Pumpen minimieren unnötige Scherung.
Gängige Pumpentypen für Fett
Für die Fettförderung kommen überwiegend Verdrängerpumpen zum Einsatz, die pro Hub bzw. Umdrehung ein definiertes Volumen fördern.
Kolbenpumpen (pneumatisch, elektrisch oder hydraulisch)
- Prinzip – Saughub: Der Kolben fährt zurück, erzeugt Unterdruck im Zylinder. Da Fett schlecht nachfließt, unterstützen Folgekolben oder Andruckplatten das Nachsetzen des Fetts aus dem Behälter.
- Prinzip – Druckhub: Der Kolben fährt vor, verdrängt ein definiertes Volumen durch ein Rückschlagventil in die Leitung.
- Leistungsmerkmal: Sehr hohe Drücke (typisch bis 300–400 bar) zum Überwinden langer Leitungen, Verteiler und Engstellen.
- Vorteile: Viskositätsunabhängige, volumetrische Dosierung; zuverlässig bei NLGI 1–2 (und darüber mit geeigneter Auslegung).
Exzenterschnecken- und Zahnradpumpen (anwendungsabhängig)
- Exzenterschneckenpumpen: Sehr gleichmäßige, scherarme Förderung; geeignet für weiche Fließfette (z. B. NLGI 000–0) und lange Distanzen.
- Zahnradpumpen: Robuste Dauerläufer für niedrigere Fettkonsistenzen bzw. hochviskose Öle; liefern stabilen Volumenstrom, benötigen saubere Medien.
Typische Anwendungsfälle
1. Zentralschmieranlagen (Automatisierung) – NLGI 1 bis 2
- Umfeld: Stahlwerke, Papierfabriken, Großanlagen.
- Anforderung: Eine leistungsstarke Kolbenpumpe versorgt hunderte Schmierstellen über Verteiler und lange Leitungen; der Systemdruck stellt die exakte Verteilung sicher.
2. Baumaschinen & Bergbau – NLGI 2
- Umfeld: Bagger, Radlader, Brecher, Muldenkipper.
- Anforderung: Pneumatische oder elektrische Kolbenpumpen arbeiten zuverlässig bei Schmutz, Vibration und Temperaturschwankungen; präzise Versorgung enger Gelenke und Lager.
3. Windkraftanlagen (Fettfässer) – NLGI 000 bis 0
- Umfeld: Turm & Gondel, lange Steigleitungen, Azimut- und Rotorlager.
- Anforderung: Hochdruckpumpen kompensieren Leitungsverluste über viele Meter und sichern die kontinuierliche Versorgung gegen die Schwerkraft.
Technischer Steckbrief – worauf es ankommt
- Druckniveau: Auslegung für Leitungswiderstände, Verteiler und Schmierstellen; Reserven für Kälte und lange Distanzen einplanen.
- Kompatible NLGI-Klassen: Pumpe, Leitungen und Verteiler auf Konsistenz und Temperaturbereich abstimmen.
- Fördertechnik: Scherarme Förderung bevorzugen, um Fettstruktur zu erhalten (weniger Ölabscheidung).
- Versorgung des Einlaufs: Folgeplatten/Förderkolben verhindern Lufteinschlüsse und Hohlraumbildung im Fass.
- Überwachung: Druckschalter, Enddrucküberwachung, Füllstands- und Blockadesensoren erhöhen Betriebssicherheit.
Fettpumpen meistern nicht-newtonsche Medien, indem sie ausreichenden statischen Druck für die Fließgrenze bereitstellen, Scherung so gering wie möglich halten und den Systemwiderstand aus Leitungen, Dosierern und Lagern überwinden. Kolbenpumpen liefern die nötigen Spitzendrücke; Exzenterschnecken bieten kontinuierliche, schonende Förderung – beide sind je nach NLGI-Klasse und Distanz die Mittel der Wahl.
Ihr Vorteil mit Sinntec
Mit einer Fettpumpe aus unserem Sortiment setzen Sie auf hohe Qualität und maximale Förderleistung – selbst bei zähesten Schmierstoffen. Ob elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch: Unsere Pumpen sind auf unterschiedliche NLGI-Klassen und Einsatzbedingungen ausgelegt.
Jetzt die passende Fettpumpe im Sinntec-Onlineshop entdecken – für eine effiziente, zuverlässige und langlebige Schmierung, die Maschinen schützt und Stillstände vermeidet.
Wir beantworten Ihre Fragen
Allgemeine Informationen
Der Hauptunterschied liegt in der Viskosität und dem Druckbedarf. Wasserpumpen fördern niedrigviskose Flüssigkeiten bei geringem Druck. Fettpumpen hingegen sind Verdrängerpumpen (meist Kolbenpumpen), die extrem hohe Drücke (bis zu 400 bar) erzeugen müssen, um die Fließgrenze von zähem Fett zu überwinden und es durch enge Leitungen zu pressen.
Fett ist zu zähflüssig und besitzt eine zu hohe Scherfestigkeit für Kreiselpumpen. Diese erzeugen Druck durch Zentrifugalkraft, was bei Fett nur zu starker Scherung und ineffizienter Förderung führen würde. Verdrängerpumpen transportieren hingegen ein definiertes Volumen und überwinden problemlos hohe Druckwiderstände.
Technische Grundlagen
Die NLGI-Klasse (National Lubricating Grease Institute) beschreibt die Konsistenz des Fetts (von 000 = flüssig bis 6 = fest). Je höher die NLGI-Klasse, desto zähflüssiger ist das Fett und desto mehr Druck wird benötigt. Die Pumpe muss daher für die höchste zu fördernde NLGI-Klasse ausgelegt sein – meist eine robuste Kolbenpumpe.
Die Fließgrenze ist der Mindestdruck, der erforderlich ist, um ein Fett aus dem festkörperähnlichen Zustand in Bewegung zu versetzen. Die Pumpe muss diesen Druck zuverlässig überschreiten, um das Fett zu fördern – insbesondere nach längeren Stillstandszeiten, wenn das Fett in den Leitungen verfestigt ist.
Scherung bezeichnet die mechanische Belastung des Fetts durch Pumpbewegungen. Zu hohe Scherung zerstört die Struktur des Verdickers im Fett, was zu Ölabscheidung und Funktionsverlust führt. Hochwertige Pumpen minimieren Scherkräfte und fördern das Fett schonend.
Ausstattung & Aufbau
Pneumatische Kolbenpumpen werden durch Druckluft angetrieben, die einen Luftmotor bewegt. Dieser treibt einen Förderkolben an, der Fett in einem Saughub ansaugt und im Druckhub mit hohem Druck in die Leitung verdrängt. Eine Folgeplatte unterstützt die Ansaugung und verhindert Lufteinschlüsse.
Eine Folgeplatte ist eine dicht abschließende Scheibe, die auf dem Fett im Behälter aufliegt. Sie verhindert Lufteinschlüsse und sorgt dafür, dass das Fett gleichmäßig und ohne Kavitation in die Pumpe gedrückt wird. Das ist besonders bei zähem Fett entscheidend für die Zuverlässigkeit.
Dichtungen müssen hohem Druck und viskosen Medien standhalten. Häufig werden PTFE- oder PU-Dichtungen sowie Lippendichtungen verwendet, um Medienaustritt und interne Leckagen zu verhindern. Ihre Qualität bestimmt die Lebensdauer der Pumpe wesentlich mit.
Anwendungsbereiche
Zahnradpumpen eignen sich für flüssige bis weiche Fette (NLGI 000–0) und Schmieröle, wo ein gleichmäßiger, pulsationsfreier Fluss gefordert ist. Für zähe Fette (z. B. NLGI 2) sind sie ungeeignet, da sie nicht genug Druck aufbauen können.
Exzenterschneckenpumpen sind ideal für abrasive Fette. Sie fördern das Medium in abgeschlossenen Kammern mit minimaler Scherung, wodurch sowohl die Pumpenbauteile als auch empfindliche Festschmierstoffe (z. B. Graphit) geschont werden.
Ja, das ist möglich. Exzenterschneckenpumpen sind besonders geeignet. Bei Kolbenpumpen müssen jedoch Dichtungen und Ventile auf Abriebfestigkeit geprüft werden, um vorzeitigem Verschleiß und Blockaden vorzubeugen.
Leistung & Steuerung
Bei Kolbenpumpen erfolgt die Steuerung über die Hubfrequenz (Taktung) oder bei elektrischen Pumpen über die Motordrehzahl. In automatischen Schmieranlagen übernehmen Dosierverteiler die genaue Verteilung der Schmiermengen auf die Schmierstellen.
Übliche Antriebe sind pneumatisch (Druckluft), elektrisch (Gleich- oder Wechselstrommotor) und hydraulisch (Anschluss an Hydrauliksysteme). Für mobile oder kleine Anwendungen gibt es auch manuelle Handhebelpumpen.
Bei niedrigen Temperaturen wird Fett zähflüssiger, was den Förderdruck stark erhöht. Bei hohen Temperaturen sinkt die Viskosität, was den Fluss erleichtert. Die Pumpenleistung hängt daher stark von der Umgebungstemperatur und dem Fett ab.
Sicherheit & Wartung
Fettpumpen können Drücke von über 400 bar erzeugen – genug, um gefährliche Einspritzverletzungen zu verursachen. Überdruckventile, geprüfte Schläuche und persönliche Schutzausrüstung (PSA) sind zwingend erforderlich, um Unfälle zu vermeiden.
Kavitation entsteht, wenn zu starker Unterdruck an der Saugseite Luftblasen im Fett erzeugt, die implodieren. Das führt zu starkem Verschleiß und Förderausfall. Folgeplatten verhindern Kavitation, indem sie das Fett gleichmäßig in die Pumpe drücken.
Eine Fettpumpe kann zwar Öl fördern, ist dafür aber oft überdimensioniert. Umgekehrt kann eine Öl-Zahnradpumpe keine Fette fördern, da der Druck und die Materialfestigkeit nicht ausreichen. Das System sollte stets für das zäheste Medium ausgelegt werden.